ERDE

HEINO GÄRTNER

Die Evolution ist eine feine Sache. Sie hat den Kleinstlebewesen der Ursuppe zu Beinen verholfen, ihnen den Weg an Land gewiesen und nach diversen Experimenten mit unterschiedlichen Gestalten ihr Werk schließlich in uns, dem Menschen, gekrönt. So sagt man jedenfalls.

Die Evolution sorgt dafür, dass wir unserer Umwelt immer besser angepasst sind. Sie würfelt unsere Gene durcheinander, behält die guten und lässt die weniger geeigneten in der nächsten Runde einfach nicht mehr mitspielen. Auf diese Weise haben wir nicht nur immer ansehnlichere Körper, sondern auch unseren Geist ausgebildet. Der Erfolg ist überwältigend.

In einem Zeitraum, in dem beispielsweise der Auerochse ohne unsere Hilfe nicht einmal ausgestorben wäre, haben wir es vom knochenkauenden Einwohner rauchiger Höhlen zum Herrscher über Passivhäuser und Tütensuppen gebracht. Allerdings hat sich die Evolution aus irgend einem Grund für die Zweigeschlechtlichkeit von Mann und Frau als Austragungsort ihrer Mechanismen entschieden - ein Konzept, das in einer Horde von Jägern und Sammlern tragfähig sein mag, im Zeitalter vollverglaster Carports und kalorienreduzierter Frühstücksflocken aber jämmerlich versagt. Und unser Geist, der uns doch eigentlich zu immer neuen Höhen verhelfen sollte, ist hilflos dazu verdammt, diese Fehlentwicklung bei vollem Bewusstsein zu ertragen.

Hier beginnt unsere Geschichte. Sie handelt von einem Forscher, der bereit ist, das äußerste daran zu geben, diesem Treiben ein Ende zu setzen. Vereinsamt und von der Forschungsgemeinschaft verstoßen, sinnt er in seinem abgelegenen Schloss auf Rache an einer Natur, von der er sich ebenso im Stich gelassen fühlt wie von seinen Verwandten und seinem Glauben. Als er kurz davor steht, der Erde einen völlig neuen, von ihm selbst geschaffenen Menschen abzutrotzen, klopft noch einmal das alte System in Form verirrter Betriebsausflügler an die Pforten seines Schlosses.



Das sagen unsere Zuschauer

 

Text, Inszenierung & Darsteller waren begeisternd!

 

Das war spitze! Vielen Dank.

 

Bravo!

 

Das war einfach der Hammer!

 

Das schreit nach 5 Elementen – war fein!



Das Buch zum Stück ist im Wehrhahn Verlag erhaltlich

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